Weiterentwicklung des ehrenamtlichen Engagements in geriatrischen Krankenhäusern und Rehabilitationskliniken

Cover Handreichung Geriatrie

Ziel: Bis zum Ende des Jahres 2017 soll in allen geriatrischen Einrichtungen, die das wollen, eine wirkungsvolle ehrenamtliche Kranken-haushilfe ihre Arbeit aufgenommen haben.

In einer großen Zahl der ca. 2000 Krankenhäuser in der Bundesrepublik Deutschland gibt es seit vielen Jahren ehrenamtliche Dienste (zum Teil als Krankenhaus-Hilfe oder Besuchsdienst bezeichnet); in der Regel firmieren sie unter dem Namen „Grüne Damen und Herren“. Die beiden großen Verbände der Krankenhaus-Hilfen, die Evangelische Kranken- und Alten-Hilfe e.V. (eKH) und die Bundesarbeitsgemeinschaft Katholische Krankenhaushilfe, zählen insgesamt mehr als 14.500 ehrenamtlich tätige Damen und Herren in fast 700 Krankenhäusern.

Von dieser Art ehrenamtlichen Engagements haben alle Beteiligten einen gro-ßen Nutzen. Für die Patientinnen und Patienten bedeutet der Einsatz von Freiwilligen wertschätzende persönliche Zuwendung, konkrete praktische Hilfe und Teilhabe. Für die Ehrenamtlichen ist der Einsatz in diesem Engagementfeld eine besonders intensive Form praktischer Solidarität und sorgender, ver-antwortungsbewusster Beziehungen. Für die Einrichtungen leisten diese Dienste einen wichtigen Beitrag zu einer umfassenden Wahrnehmung der Belange der Patientinnen und Patienten und fördern den Ruf einer menschenzugewandten Behandlungskultur in den Einrichtungen. Für die gesamte Gesellschaft tragen sie dazu bei, dass der gesundheitspolitisch erwünschte Grundsatz „Rehabilitation vor Pflege“ verwirklicht und die zu erwartende Zunahme der Pflegebedürftigkeit – eines der großen nicht bewältigten Probleme in unserer Gesellschaft – gemindert wird.

Gerade bei Patienten in der Geriatrie, wenn zum Beispiel  die Angehörigen in sehr weiter Entfernung wohnen oder gar keine Angehörigen mehr vorhanden sind und sich der Kreis der Bekannten und Freunde häufig verringert hat, sind ehrenamtliche Dienste äußerst hilfreich. Da die Freiwilligen überwiegend lebenserfahrene ältere Personen sind, erleichtert auch die zeitgeschichtliche Nähe den Zugang und den Kontakt zu den Patientinnen und Patienten in der Geriatrie. Die Ergebnisse einer im Sommer 2014 von der Evangelischen Kranken- und Alten-Hilfe e.V. (eKH) in Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Zivilgesellschaftliche Entwicklung (zze) durchgeführten Online-Befragung (www.ekh-deutschland.de, dort unter “Befragung der Häuser 2014“) belegen eindrücklich, dass die ehrenamtlichen Dienste eine hilfreiche Funktion nicht nur im Sinne der Patienten ausüben, sondern dass auch die hauptamtlich Mitarbeitenden durch ehrenamtlich Mitwirkende wertvolle Ergänzungen zu und Entlastungen in ihrer professionellen Aufgabe erfahren. Die Leitungen der befragten Einrichtungen empfehlen zu 99 Prozent solche Besuchsdienste!

Nicht alle geriatrischen Kliniken und Rehabilitationseinrichtungen haben einen entsprechenden ehrenamtlichen Dienst. Ist er vorhanden, so ist er zum Teil nur schwach ausgebildet, so dass er nur einen Teil der Patienten erreichen kann. Daher besteht das Ziel des Projekts darin, dass - bis zum Ende des Jahres 2017 - in allen geriatrischen Einrichtungen, die das wollen, eine wirkungsvolle ehrenamtliche Krankenhaushilfe ihre Arbeit aufgenommen hat.

Dieses Ziel soll in mehreren Schritten erreicht werden. Zunächst wurde unter Beteiligung einer Arbeitsgruppe eine Handreichung „Ehrenamtliche in der Geriatrie“ zur Information und zum Anstoß von Entwicklungsprozessen in den Einrichtungen erstellt. Zu dieser Arbeitsgruppe gehören:

  • Evangelische Kranken- und Alten-Hilfe e.V., Berlin
  • Bundesarbeitsgemeinschaft Katholische Krankenhaus-Hilfe, Freiburg
  • Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Berlin
  • Bundesverband Geriatrie e.V., Berlin       
  • Preisträger des Wettbewerbs „Das hilfreiche Alter in der Geriatrie“
  • Zentrum für Zivilgesellschaftliche Entwicklung, Freiburg

Dran schließt sich nun eine Pilotphase zur Erprobung des Aufbaus neuer und der Weiterqualifizierung bestehender Initiativen in ausgewählten Einrichtungen mit geriatrischen Patienten an. In dieser Pilotphase werden über-tragbare Qualitätsstandards und Erfolgsparameter entwickelt und dokumentiert sowie Methoden erarbeitet,  um diese ressourcensparend und flächendeckend umzusetzen.

Hierbei steht das Ziel im Vordergrund, den Transfer der Erfahrungen gut funk-tionierender ehrenamtlicher Initiativen - verbunden mit den in der Handreichung zusammengefassten Erkenntnissen sowie übertragbaren Qualitätsstandards und Erfolgsparametern - zu ermöglichen.

Die praktische Umsetzung dieser Pilotphase wird von der Stiftung ProAlter – für Selbstbestimmung und Lebensqualität, dem KDA  und der Stiftung Bürgermut  gemeinsam geplant und durchgeführt, um fachliches Wissen und Transfer-kompetenz (s. www.buergermut.de) miteinander zu verbinden.

Weitere Informationen zu diesem Projekt werden werden auf der Homepage der Stiftung ProAlter in den nächsten Monaten verfügbar sein.

Download der Handreichung (pdf, 694 kb)

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